Hegemaßnahmen, Kitzrettung

Aus unserer Satzung:

Der Verband fördert den Natur- und Tierschutz ....

 

Zum Zwecke des Naturschutzes leistet der Verband Maßnahmen zum Schutz und zur Erhaltung einer den landschaftlichen und landschaftskulturellen Verhältnissen entsprechenden artenreichen und gesunden freilebenden Tierwelt und die Aufklärung der Allgemeinheit über den Wert und Nutzen, Schutz und Erhaltung artenreicher Bestände der natürlichen Tier- und Pflanzenwelt und über Ursachen, Auswirkungen und Abwehr schädlicher Umwelteinflüsse

 

Gemäß unserer Satzung setzen wir uns für die Erhaltung der Lebensräume der Wildtiere ein. Auf dieser Seite sollen Aktionen dargestellt werden.

Zeitungsbericht für den Vilshofener Anzeiger, 17. Mai 2021

Zeitungsbericht für den Vilshofener Anzeiger, 17. Mai 2021

Bericht: Stefan Buchner, Bilder: Andreas Schlögl

 

Die erste Wiesenmahd steht an bzw. läuft gerade. Beim ersten Schnitt kann es vorkommen, daß Tiere, insbesondere Rehkitze unbeabsichtigt verletzt oder getötet werden. Junge Kitze haben in ihren ersten Lebenswochen den sogenannten „Drückinstinkt“. Auch bei großer Gefahr bleiben Kitze ruhig liegen und ergreifen keine Flucht. Der Eigengeruch der Kitze ist in den ersten Lebenswochen kaum ausgebildet, was zwar gegen Freßfeinde hilft, aber das Absuchen mit Hunden kaum bzw. gar nicht möglich macht.

Der Bewirtschafter ist nach dem Tierschutzgesetz verpflichtet, dort Maßnahmen zu ergreifen, wo bei Mäharbeiten mit dem Tod oder der Verletzung von Wirbeltieren zu rechnen ist. Gemäß Mähknigge der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft stehen mehrere Methoden zur Wildtierrettung zur Verfügung. Der Bayerische Jagdverband, Kreisgruppe Vilshofen unterstützte die Jagdgenossen (Grundeigentümer) in den letzten Jahren in der Anschaffung von Wildrettern am Mähwerk. Die modernste und effektivste Methode der Kitzrettung ist mittlerweile die Suche mittels Drohne und Wärmebildkamera. Diese wird wegen der hohen Kosten erst in wenigen Revieren der Kreisgruppe Vilshofen eingesetzt. Bernd Zitzelsberger vom Revier Alkofen engagierte sich hier und konnte mit Unterstützung von Sponsoren eine Drohne mit Wärmebildkamera beschaffen. Die Drohne überfliegt in den Morgenstunden das zu mähende Feld. Wegen des Wärmeunterschieds werden die Kitze erkannt, für die Zeit des Mähens entnommen, in Wäschekörben oder ähnlichem festgehalten und danach wieder freigelassen. Für die Kitzretter und den Drohnenpiloten läuft derzeit die anstrengendste Zeit des Jahres bevor: Viele Wochen lang heißt es nun in aller Frühe aufstehen und Leben retten im Akkord. Beim ersten Einsatz in der ersten Maiwoche wurden bereits sieben Rehkitze gefunden und bewahrt.

Die Suche selbst beginnt mit gezielter Vorbereitung und Abstimmung mit den Landwirten. Wenn laut Wetterbericht das günstigste Zeitfenster für die Mahd angesagt wird, stimmt man sich über Mähzeitpunkt und die Kapazität beim Fliegen ab. Am Vortag der Mahd wird festgelegt, welche Wiesen konkret gemäht und damit auch abgesucht werden sollen. Dies erfolgt per Luftbild mit entsprechenden Markierungen. Ist der Termin abgestimmt und sind die Helfer informiert, werden am Vorabend Scheuchen in den entsprechenden Wiesen aufgestellt. Weniger Kitze in der Wiese bedeutet auch mehr Zeit zum Fliegen und Suchen. Die Flugzeit ist sehr wertvoll, und man möchte so wenig wie möglich durch Schweben, Koordinieren oder Leiten von Personen verlieren. Daher ist es gerade bei großen Flächen wichtig, ein eingespieltes Team mit Helfern zu haben, in dem jeder weiß, was er zu tun hat. An den Tagen der Suche heißt es früh aufstehen, denn man sollte die Morgenstunden nutzen. Zu dieser Zeit ist der Boden über Nacht schön gleichmäßig abgekühlt und Wärmequellen wie Rehkitze stechen im Bild gut hervor. Dies ergibt ein besonders homogenes Bild. Hier kann höher und auch schneller geflogen werden. Sobald die Sonne aufgeht, heizt sie den Boden auf und je nach Objekt entstehen wärmere und kältere Stellen am Boden.  So kann man neben Kitzen auch Junghasen oder Gelege erkennen. Jeden Mähmorgen beginnt der Wettlauf mit der aufgehenden Sonne aufs Neue. Nachdem die Wiesen frei sind, bekommt der Landwirt das „Go“ und kann ruhigen Gewissens die Mahd durchführen. Im Anschluß an das Mähen läßt ein Helfer oder auch der Landwirt die Kitze wieder frei, damit diese von der Geiß gefunden werden. Idealerweise wird der Platz, an dem man die Kitze ausgesetzt hat, am Abend darauf kontrolliert, ob die Geiß die Kitze auch wirklich wieder angenommen hat. Beim Berühren der Kitze kommen Gummihandschuhe und dicke Grasbüschel zum Einsatz, damit jeder menschliche Witterung verursachende Kontakt vermieden wird. 

Kitzrettungsteam mit Drohne rund um Alkofen, v.l. Heinrich Schlögl, Michael Hechinger, Drohenpilot Bernd Zitzelsberger, Jagdberater Josef Zitzelsberger

Sirenen, die Leben retten: Bericht Vilsh. Anzeiger 29.03.17

Schutz für Rehkitz (älter als 5 Tage), Hase, Fasan beim Mähen; Der Wildretter wird an Motorhaube mittels Magnet befestigt, das Kabel wird in Steckdose eingesteckt, Standlicht muß betätigt werden - es werden Hochfrequenztöne erzeugt, welche das Wild zum flüchten anregen.

Unser Jagdberater und 2. Vorsitzender Zitzelsberger Sepp hat sehr gute Erfahrung damit gemacht; die Wildretter werden mit 20€ von der Kreisgruppe bezuschusst und sind mit 35 Euro bei Zitzelsberger Sepp (08549 - 8021) bestellbar. - Max. 5 Retter pro Revier! - Info siehe Bilder

- Dieses Angebot gilt selbstverständlich nur für Mitglieder des BJV, Kreisgruppe Vilshofen!!

Bericht im Vilshofener Anzeiger vom 29.03.2017
BJV- KG Vilshofen_ Wildrettersirene.pdf
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Jagdberater des Landkreis Passau und zweiter Vorsitzender Josef Zitzelsberger mit Marco Wellner von der Raiffeisenbank, Vilshofener Land

Nov. 2020: Heckenpflanztag im Gebiet der Stadt Vilshofen

Die KG Vilshofen beteiligte sich mit den Revieren um Aunkirchen, Alkofen und Pleinting am  Projekt "Lebensraumkonzept für die Stadt Vilshofen".  Zehn Hecken mit einer Gesamtlänge von ca. 1000m wurden gepflanzt – von der Schlehe über Liguster bis zur Vogelkirsche, insgesamt 18 Arten . Die Pflanzen werden 100 Prozent gefördert: 70 Prozent der Kosten übernimmt die Regierung von Niederbayern, die restlichen 30 Prozent trägt der Landkreis Passau. Die Stadt Vilshofen übernimmt die Kosten für das Bohren der Pflanzlöcher.

Organisiert wurde die Aktion von Jäger  Johannes Gottinger, Umweltingenieur bei den Stadtwerken.  Er suchte Flächen im Stadtgebiet aus, die sich als Blühwiesen eignen, er fand Randstreifen, die in ausgeräumter Landschaft regelrecht danach riefen, mit einer Hecke bepflanzt zu werden, um dem Niederwild Schutz zu bieten. Dies war bereits die dritte Heckenpflanzaktion neben weiteren kleineren Maßnahmen.

Heckenpflanztag am Samstag, 16.11.2019

Die KG Vilshofen beteiligte sich mit den Revieren um Pleinting, Aunkirchen und Alkofen am  Projekt "Lebensraumkonzept für die Stadt Vilshofen".  Rund 80 Helfer pflanzten an sieben ausgesuchten Stellen Hecken mit einer Gesamtlänge von über einem Kilometer. 4569 Pflanzen – von der Schlehe über Liguster bis zur Vogelkirsche, insgesamt 18 Arten . Die Pflanzen werden zu 100 Prozent gefördert: 70 Prozent der Kosten übernimmt die Regierung von Niederbayern, die restlichen 30 Prozent trägt der Landkreis Passau. Die Stadt Vilshofen übernimmt die Kosten für das Bohren der Pflanzlöcher.

Organisiert wurde die Aktion von Jäger  Johannes Gottinger, Umweltingenieur bei den Stadtwerken.  Er suchte Flächen im Stadtgebiet aus, die sich als Blühwiesen eignen, er fand Randstreifen, die in ausgeräumter Landschaft regelrecht danach riefen, mit einer Hecke bepflanzt zu werden, um dem Niederwild Schutz zu bieten. Dies war bereits die zweite Aktion in 2019. Jede städtische Fläche wird von Experten auf ihr ökologisches Potential hin untersucht. Das "Lebensraumkonzept für die Stadt Vilshofen" wurde vom Stadtrat einstimmig beschlossen.  Weitere Aktionen sollen folgen.

 

AKTION: Verbiss- und Fegeschutzmittel Trico (10l) mit Pumpspritze: 60€ für Kreisgruppenmitglieder

Die Kreisgruppe Vilshofen unterstützt seine Mitglieder durch Subvention bei der Beschaffung von Verbiss- und Fegeschutzmittel. 

Wir können unseren Mitgliedern das Mittel Trico (auf Schaffett- Basis) im 10 Liter- Kanister mit Pump- Spritze für 60€ anbieten.

Das Mittel kann mit 20% Wasser verdünnt werden.

Um vor Winterverbiss zu schützen, sollte Trico noch im Herbst auf Jungpflanzen mit Sprühstrahl aufgespritzt werden.

Interessenten können sich an Hegeringleiter oder an zweiten Vorsitzenden Josef Zitzelsberger

(08549 8021) wenden.

 

Neue Streuobstwiese in Hofkirchen, 30.03.2012

 

Hofkirchen (hk) Die Schüler und Schülerinnen der Grundschule Hofkirchen waren von der Jägerschaft Hofkirchen/Zaundorf mit dem 1.Vorsitzenden Georg Stelzer und vom Bayerischen Jagdverband mit dessen 1. Vorsitzenden Antonio Ruppert herzlich eingeladen worden, sich aktiv an der Pflanzaktion unter dem Motto „Natur vor unserer Haustür“ zu beteiligen. Gut gelaunt und warm eingepackt machten sich die Schulkinder  zusammen mit ihren Jäger- Paten auf den Weg, um eine Streuobstwiese anzulegen. „Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Biotopen ganz Mitteleuropas. So können zahlreiche Arten nebeneinander existieren. Mehr als 5000 Tier- und Pflanzenarten leben auf einer Streuobstwiese“, erklärte Antonio Ruppert. Ausgerüstet mit Schaufeln und kleinen Spaten wurden 15 Obstbäume unter sehr aktiver Mithilfe der Grundschüler gepflanzt. Die vielfältigen Fragen der wissbegierigen Kinder konnten von deren Paten stets sehr verständlich beantwortet werden. So wurde erklärt, dass die vielen unterschiedlichen Pflanzenarten, die bald auf dieser Wiese wachsen dürfen, auch zahlreiche Tiere anlocken werden. Insekten, Amphibien, Reptilien und kleine Säugetiere werden in Kürze dort wohnen. In der „oberen Etage“ bieten die verstreut stehenden Obstbäume verschiedenen Tierarten Unterschlupf. „Typische Vogelarten sind Steinkauz Wendehals, Grün- und Buntspecht. Im alten, knorrigen Obstbaumgehölz finden auch Fledermäuse und Siebenschläfer Unterschlupf und unter den Rindenritzen im Baumstamm können sich Hornissen und Wildbienen einnisten“, so Jäger Georg Stelzer. Das im Herbst herabfallende Obst bietet Äsung für das Niederwild. Diese Aktion ist ein wesentlicher Beitrag der Jäger, dass junge Menschen an die Natur herangeführt werden und die vielfältigen Zusammenhänge verstehen. Nach getaner Arbeit gab es für alle Beteiligten noch warme Würstel mit Semmel und eine Limonade. “Durch das Anlegen dieser Streuobstwiese haben wir ein Stück Natur vor unserer Schulhaustür geschaffen. Ganz sicher werden wir in der folgenden Zeit diese ´unsere Wiese´ immer wieder gerne besuchen, da es ja nur einige Gehminuten bis hier her sind. Waidmannsdank für dieses einmalige Naturerlebnis“, bedankte sich die Rektorin Ingrid Weinzierl zum Ende des aufregenden Tages.

 

 

Bildbeschreibung:

Ganz links mit Blick Lehrer Theo Grum, Eigentümer der Wiese Johann Vogl, Rektorin Ingrid Weinzierl, Antonio Ruppert, Georg Stelzer, Pfarrer Gotthard Weiß und Bürgermeister Willi Wagenpfeil freuen sich mit den Schulkindern über die neu angelegte Streuobstwiese.

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